Naturschutzverbände bieten Kompromiss

Stuttgart (ddp-bwb). Der Naturschutzbund NABU hat Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) zur Überarbeitung der Verordnung von Kormoranabschüssen aufgefordert und gleichzeitig einen Kompromissvorschlag unterbreitet. Demnach soll das Land Vorranggebiete für den Fischartenschutz ausweisen,

wo bedrohte Fischarten auch vor dem Kormoran besonders geschützt werden sollen, sagte der NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann am Freitag in Stuttgart. Zugleich müssten aber Ruhezonen für den Kormoran eingerichtet werden.

Die neue Kormoranverordnung sei «eine naturschutzfachliche Geisterfahrt» und überdies rechtswidrig, betonte Baumann. Der Entwurf sei nur aufgrund der wütenden Proteste von Anglern entstanden. «Ziel einer neuen Kormoranverordnung darf jedoch nicht sein, die Angler zufriedenzustellen, sondern Fischen und Vögeln zu helfen», stellte Baumann klar.

Ein vom NABU in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kommt zudem zu dem Schluss, dass die neue Kormoranverordnung zudem rechtswidrig ist. «Durch die europäische Vogelschutzrichtlinie ist der Kormoran geschützt und darf nur in Ausnahmefällen geschossen werden», sagte Baumann. «Das Land stellt diese Vorgabe auf den Kopf: Der Abschuss soll zur Regel werden, der Schutz zur Ausnahme. Das ist absolut inakzeptabel und dagegen protestieren wir vehement.»

Zahlen der Ornithologischen Gesellschaft Baden-Württemberg (OGBW) belegten zudem, dass die Bestände der Kormorane in Baden-Württemberg in vielen Regionen sogar rückläufig seien, fügte Baumann hinzu. 2009 lebten den Angaben zufolge in Deutschland 23 913 Kormoranbrutpaare, davon 548 in Baden-Württemberg. Das entspricht 2,3 Prozent.

Ein Sprecher des Umweltministeriums stellte klar, dass nach dem Verordnungsentwurf der Abschuss von Kormoranen unter anderem innerhalb von europäischen Vogelschutz- und Naturschutzgebieten grundsätzlich verboten werden solle. Im Übrigen laufe derzeit noch die Anhörung der Verbände. Bis Mitte April könne zu dem Verordnungsentwurf Stellung genommen und Änderungsvorschläge eingebracht werden.

Angesichts der auseinandergehenden Interessenlagen der beteiligten Verbände werde es allerdings kaum gelingen, den unterschiedlichen Vorstellungen in vollem Umfang Rechnung zu tragen. «Wir werden die einzelnen Beiträge sorgfältig auswerten und unter Berücksichtigung der tatsächlichen Gegebenheiten in die notwendige Abwägung einbeziehen», sicherte der Sprecher zu.

(Quelle: ddp)

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Werde Mitglied in der Veggie Community

Neue Mitglieder Vegetarier und Veganer im Café

Neues aus dem Forum Tipps, Diskussionen und Infos...

Aw: Argumente gegen g... Adam schrieb: D...
04.Feb 2012 18:02
Aw: Argumente gegen g... Tierschutzaspekte zäh...
04.Feb 2012 16:02
Aw: Argumente gegen g... Kenne mich bisher nur...
04.Feb 2012 16:02
Argumente gegen gepla... ...allgemein und insb...
04.Feb 2012 15:02
Aw: Delfinarien orexin schrieb: *...
04.Feb 2012 15:02
Alle Beiträge...

Neue Videos

Vegetarische Vereine, Organisationen und Partner

Vegetarierbund Deutschland e.V.

vegetarier-veganer-logo

alles-vegetarisch.de