Geparde überleben in Angola

Nach 30 Jahren Bürgerkrieg belegen Experten erstmals das Überleben der Geparde in Angola. Experten des Cheetah Conservation Fund (CCF) aus Namibia entdeckten bei einer Forschungsreise in das kriegsgeplagte Nachbarland Angola erste Spuren von Geparden im Iona Nationalpark. Die trockene Region im Südwesten Angolas gehört

zum ursprünglichen Verbreitungsgebiet der schnellsten Landsäuger. Während drei Jahrzehnten Bürgerkriegs war der Status der Gepardenpopulation in Angola unbekannt. Der CCF konnte nun erste Beweise für ein Gepardenvorkommen in Angolas ältestem Nationalpark erbringen.

Das bereits 1937 ausgewiesene Schutzgebiet, dass 1964 zum Iona Nationalpark erklärt wurde, umfasst etwa 1,6 Millionen Hektar und liegt im äußersten Südwesten Angolas, im Grenzgebiet zu Namibia. Trotz ausgeprägter Trockenheit stellt das Gebiet für Geparde den perfekten Lebensraum dar, mit offener Savannenlandschaft und einer wachsenden Population an Beutetieren wie Springböcken und Oryx-Antilopen. Beide Antilopenarten sind an trockene Lebensräume angepasst.

Der CCF setzt sich seit 20 Jahren für das Überleben der Geparde in der Wildnis ein und wird dabei von der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V. unterstützt. Während einer Forschungsreise eines Expertenteams um Dr. Laurie Marker, Gründerin des CCF, wurden nicht nur ein ausreichend großer Bestand an Beutetiere erfasst werden, sondern es wurden auch mehrere große, schräg stehende Bäume entdeckt. „Solche Bäume dienen männlichen Geparden als Markierungsbäume, um ihr Territorium abzugrenzen“, erklärt Birgit Braun, Artenschutzexpertin der AGA. „Als die Kollegen an den Bäumen auch noch Gepardenkot entdeckt haben, wurden die ersten hoffnungsvollen Zeichen bestätigt. In Angola haben Geparde überlebt!“ Zum krönenden Abschluss konnten die Forscher sogar zwei Gepardenmännchen beobachten, die aufgeschreckt das Weite suchten.

Die ökologische Bestandsaufnahme zur Erfassung des Wildtierbestands des Iona Nationalpark erfolgte aufgrund der Initiative des Besitzers der Omauaha Lodge, die an das Schutzgebiet grenzt. „Nach ersten Anzeichen für ein Überleben der Geparde wurde der CCF informiert“, berichtet Braun, „Dank der langjährigen und erfolgreichen Arbeit in Namibia können wir hier einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines nachhaltigen Schutzkonzeptes leisten.“ Gemeinsam soll nun ein Umweltprogramm entwickelt werden, das sich an die erprobten Methoden des CCF anlehnt, um die Gepardenpopulation zu erfassen. Ebenso soll bei der Arbeit mit Gemeinden, der Regierung sowie Nicht-Regierungsorganisationen mit verstärkter Umweltbildung der Grundstein zu einem stärkeren Umweltbewusstsein und der Wertschätzung des Gepards als Raubtier in einem gesunden Ökosystem gelegt werden. Außerdem soll Hilfestellung zum Aufbau eines Ökotourismuskonzepts geleistet werden.

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