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Fünf Castor-Transportbehälter mit hoch radioaktivem Atommüll sind am frühen Morgen von Karlsruhe auf die Reise nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern gegangen. Gegen 03.15 Uhr verließ der Atomzug die ehemalige Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK). Mehrere hundert Polizisten sicherten den Zug ab. Kernkraftgegner hatten zuvor zu Protestaktionen aufgerufen.
Rund 500 Aktivisten hatten sich an der Route des Atommüll-Transportes zu einer «Nacht-Tanz-Blockade» versammelt. Kurz vor 23.00 Uhr liefen sie spontan zu den Schienen und konnten sich auf einer Strecke von rund 200 Metern problemlos auf die Gleise setzen. Die Polizei griff zunächst nicht ein. Gegen 01.30 Uhr begannen die Beamten, die Aktivisten von den Gleisen zu tragen und in Gewahrsam zu nehmen. Die Polizei richtete eine Art Wagenburg ein, wo sie die Aktivisten festhielt.
Von der Wiederaufarbeitungsanlage führt die Strecke zunächst auf Stadtbahngleisen durch mehrere Wohngebiete der Gemeinden Eggenstein-Leopoldshafen und Karlsruhe. Von Karlsruhe aus sind zwei Routen denkbar: Über Mannheim, Darmstadt, Aschaffenburg, Fulda nach Thüringen bis Mecklenburg-Vorpommern. Wahrscheinlicher ist jedoch die Strecke über Bietigheim-Bissingen, Heilbronn, Würzburg nach Thüringen und dann in den Norden.
In den fünf Castoren sind 56 Tonnen radioaktiver Abfall aus der vor zwei Jahrzehnten stillgelegten WAK. Der früher als «Atomsuppe» bezeichnete stark strahlende Müll wurde verglast, um ihn transportfähig zu machen.
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