• 2. Februar 2013 um 21:09

    In der TAZ war am 26.01.2013 folgender Artikel zu lesen:

    Vorschlag von schwedischer Behörde

    Fleischsteuer gegen Klimagase

    Eine schwedische Behörde schlägt eine Abgabe auf den Klimakiller Fleisch vor. Sie fordert, dass mindestens die ganze EU mitmachen soll.von Reinhard Wolff

    STOCKHOLM taz | Will man den Klimagasausstoß der Landwirtschaft vermindern, muss die Fleischproduktion weltweit sinken. Eine dem schwedischen Landwirtschaftsministerium unterstellte Behörde, das Jordbruksverket, hat dazu nun einen konkreten Vorschlag gemacht: die Einführung einer Fleischsteuer. Ihre Höhe soll darauf basieren, wie groß der Klimagasausstoß der jeweiligen Tierhaltung und damit der Fleischproduktion war.

    In dem am Dienstag vorgelegten Bericht „En hållbar köttkonsumtion“ („Eine nachhaltige Fleischproduktion“) hält das Amt eine solche Fleischsteuer für einen Weg, um zusammen mit begleitenden Maßnahmen den Fleischkonsum insgesamt zu senken, aber auch dafür sorgen zu können, das aus Klimagesichtspunkten „schädlichste“ Fleisch vom Markt zu verdrängen.

    Bei der Tierzucht, also einem Wirtschaftssektor, der für ein Fünftel des weltweiten Klimagasausstoßes steht – etwa gleich viel wie im Transportsektor –, wäre es eigentlich selbstverständlich, dass sie einem Emissionshandelssystem unterworfen wird, meint Jordbruksverket. Doch es gebe dafür noch kein funktionierendes globales Abkommen. Belaste man die Produktion mit einer Steuer, bestehe deshalb die Gefahr, dass sie einfach ins Ausland verlegt werde.

    Bei den Konsumenten ansetzen

    Anders als der Präsident des deutschen Umweltbundesamts Jochen Flasbarth, der kürzlich vorgeschlagen hatte, „zumindest die großen, industrieähnlichen Mastbetriebe in den Emissionshandel einzubeziehen“, hält man es in Schweden deshalb für effektiver, nicht auf der Produzenten-, sondern auf der Konsumentenseite anzusetzen.

    In der Hoffnung, damit „zu klimafreundlicher Kost stimulieren und die Verschwendung auf Verbraucherseite vermindern“ zu können. Außerdem würde ein solches Modell gleichermaßen die einheimische Produktion wie die Einfuhr treffen.

    Am leichtesten zu realisieren sei eine schablonenmäßige Besteuerung, die sich darauf gründe, wie viel Treibhausgas die Produktion von beispielsweise einem Kilo Rindfleisch durchschnittlich freisetzt. Der Nachteil: Es gebe hierbei große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und je nach Produktionsmethode auch innerhalb des gleichen Landes. Bei Rindfleisch etwa reiche die Spannweite von fast null bis zu mehreren hundert Kilo Kohlendioxidäquivalenten pro Kilo Fleisch.

    Andererseits sei es zu kostspielig, teilweise sogar unmöglich, den Klimagasausstoß bei jedem Produzenten zu messen. Deshalb verbiete sich auch die Einführung von maximal zulässigen Werten, mit denen die jeweilige Produktion das Klima beeinflussen dürfe. Im Ergebnis plädiert die Studie für ein differenziertes Schablonenmodell, das neben Fleisch auch Fisch, Eier und Milch einschließen soll, kombiniert mit konkreten Anreizen zur Einführung „klimafreundlicherer“ landwirtschaftlicher Produktionsmethoden.

    Alle müssen mitmachen

    Der Alleingang eines Landes bringe nichts, meint der schwedische Bericht, es müsse mindestens eine „Regelung auf EU-Niveau“ geben. Die EU sei auch deshalb gefordert, weil der Fleischkonsum pro Kopf innerhalb der Gemeinschaft etwa doppelt so hoch sei wie in der restlichen Welt.

    Die Höhe einer möglichen Steuer betreffend, verweist man auf Studien, wonach eine Steuer von 60 Euro pro Tonne Kohlendioxidäquivalenten beispielsweise knapp 1,50 Euro pro Kilo Rindfleisch entsprechen würde. Das lasse eine Konsumminderung von 13 Prozent und einen verminderten Klimagasausstoß der EU-Landwirtschaft von 7 Prozent erwarten.

    Fleischkonsum der Deutschen

    Auf Kosten der Armen

    Während Schwedens Finanzminister Anders Borg kritisch reagierte, lehnte eine Sprecherin der Fleischbranche eine Steuer ganz ab. Begrüßt wurde die Debatte dagegen von Tierschutzverbänden: Heute würden die verdeckten Kosten der Fleischproduktion, wie die Klimafolgen, einfach der Allgemeinheit auferlegt. Erhebe man eine gezielte Steuer beim Konsumenten, habe der es in der Hand, diese Belastung durch seine Konsumwahl zu vermeiden.

    (aus:https://www.taz.de/Vorschlag-von-schwedischer-Behoerde/!109794/)

    Hier könnt Ihr Euch bei der Spiegel-Online-Abstimmung beteiligen:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/schweden-will-eu-weite-steuer-auf-fleisch-a-879794.html

    das ist das momentane Ergebnis der Abstimmung:

    Steuer auf Fleisch:

    Ja 68,00%
    Nein 30,11%
    Weiß nicht 1,89%#

    Gesamtbeteiligung: 15023

    Stand 02.02.2013 21:53Uhr

    Was haltet Ihr davon?

  • 2. Februar 2013 um 22:07

    Ich wäre auf jeden Fall für so eine Steuer. Vielleicht würde sie dazu beitragen, dass weniger Fleisch gekauft wird, die Nachfrage sinkt, weniger Tiere leiden müssen. Ich hatte vor Monaten schon einmal darüber nachgedacht, was man tun könnte, um den Konsum von Fleisch zu verringern und kam auf die Idee mit dem finanziellen Aspekt. Schön, dass andere jetzt auch in diese Richtung denken, hoffentlich wird das auch durchgesetzt, und wie richtig gesagt – mindestens in der EU, denn nur in einem Land allein bringt es wohl nicht viel.

  • 2. Februar 2013 um 22:07

    Ohne jetzt alles gelesen zu haben, nur die Frage einer Fleischsteuer.

    Ich gehe auch keine Schuldablassbriefe beim Pfarrer kaufen – um für mich für Schutz- Schmier- und Besteschungsgelder schuldhaft verhalten zu dürfen und mir dafür das Etikett falscher Heiligkeit aufbappen zu lassen.

  • 2. Februar 2013 um 22:10

    Es geht ja auch nicht um die Rechtfertigung des Fleischessens durch Zahlung von mehr Geld, sondern darum, dass die Menschen weniger davon essen und auf klimafreundlichere Nahrungsmittel umsteigen. Das sagt der Artikel ja schließlich auch.

  • 2. Februar 2013 um 22:19

    kichererbse schrieb:

    das ist das momentane Ergebnis der Abstimmung:

    Steuer auf Fleisch:

    Ja 68,00%
    Nein 30,11%
    Weiß nicht 1,89%#

    Gesamtbeteiligung: 15023

    Stand 02.02.2013 21:53Uhr

    Was haltet Ihr davon?

    Interessanter Ansatz. Generell halte ich es aber fast für wichtiger im ersten Schritt sämtliche Subventionen für die Produktion von Tierprodukten zu streichen. Momentan werden dadurch insbesonere industrielle Tierproduktionsstätten gefördert. Dieser Schritt wäre auch in der Öffentlichkeit leichter kommunizierbar wie eine Steuer auf Fleisch, welche dann im zweiten Schritt kommen und moderater ausfallen könnte. Von dieser Methode wären auch Milchprodukte und Eier betroffen, welche ja auch zu den Klimakillern gehören.

  • 2. Februar 2013 um 22:20

    Wenn es ein Richtig und ein Falsch gibt.

    Dann wird etwas Falsches 1+1=3 in einem Korruptionssystem vielleicht durch Bestechung auch richtig, aber net bei mir. Darum geht es mir.

    Vegetarier, Pflanzenesser, die nur dienstags, donnerstags und sonntags Fleisch essen und auch nur ein bisschen, dies wegen Schmiersteuer auch noch heilig tun wollen – dann macht das eben.

    Ich sehe das anders.

  • 2. Februar 2013 um 22:27

    Wo Bertel recht hat.

    Das ist nämlich genau das.

    Vorne ein \“heiliges Etikett\“ kleben, um die \“heiligen Steuern\“ wieder in Subventionen von Sauerei zu stecken. So war es nämlich immer, wenn man mal einen Blick in Geschichtsbücher tun möchte.

    Und immer noch abgesehen davon, das nichts Falsches dadurch Richtig ist, wenn für falsches mehr Geld bezahlt wird.

    Klar, Huren werden schöner, je mehr man dafür bezahlt, wer sowas schönes haben muss und will.
    Nur, wenn man mich fragt, was ich von der schönsten Hure aller Zeiten halte – nichts.

    Ich hoffe, dieser Vergleich war net wieder zuviel der Liebe und Ehre.

  • 3. Februar 2013 um 10:35

    Hallo Frank,

    erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem 222-ten Beitrag!

    Frank Burger schrieb:

    Wo Bertel recht hat.

    Danke für diese seltene Ehre! :woohoo:

    Frank Burger schrieb:

    Vorne ein \“heiliges Etikett\“ kleben, um die \“heiligen Steuern\“ wieder in Subventionen von Sauerei zu stecken.

    Ich glaube nicht, dass diese Steuer wirklich dazu bringt das \“Gewissen reinzuwaschen\“, sondern im Gegenteil den Leuten das Bewußtsein geben kann, dass das Fleisch wirklich umweltschädlich ist. Solange es subventioniert wird, muß ja Normalverbraucher denken, es könne gar nicht so schlimm sein, wenn die Produktion sogar staatlich gefördert wird. Wenn über eine Steuer diesem Produkt ganz offiziell über diese Steuer die Schädlichkeit für das Klima bestätigt wird, geht das auch in das Bewußtsein der Leute viel besser rein.

    Frank Burger schrieb:

    Ich hoffe, dieser Vergleich war net wieder zuviel der Liebe und Ehre.

    Hm, ich finde den Vergleich nur nicht ganz passend. Es mag zwar immer noch Fleisch gegessen werden und auch Milch getrunken. Doch nach dieser Steuer werden die Produkte gegenüber pflanzlichen Produkten verteuert, was nach den Marktgesetzen den Effekt hätte, dass der Konsum von tierischen Produkten zurückgeht. Was m.E. schon ein großer Fortschritt wäre.

    Beispiel: Im Moment wird Kuhmilch hoch subventioniert, gleichzeitig mit der ermäßigten MwSt. von 7% beaufschlagt. Hafer-, Dinkel-, Soja-, Reisdrink werden nicht subventioniert und es werden 19% MwSt. fällig. Von daher sind diese Produkte am Markt teuerer, obwohl sie vom Ressourcenverbrauch und den Produktionskosten günstiger sein müßten als tierische Muttermilch, abgesehen davon natürlich viel weniger umwelt- und insbesonere klimaschädlich. Eine vernünftige Subventions- und Steuerpolitik würde pflanzliche Drinks gegenüber tierischer Muttermilch verbilligen und deren Absatz würde natürlich gesteigert mit allen positiven Nebeneffekten.

    Das ist aber nur so meine Theorie dazu. Was ich mit der schönsten Hure aller Zeiten machen würde, darüber möchte ich hier nicht öffentlich sprechen. B)
    (Wobei \“Schönheit\“ auch wieder ein sehr subjektiver Begriff ist, von daher der Satz möglicherweise gar nicht allgemeingültig sein kann.)

  • 3. Februar 2013 um 12:05

    Frank Burger schrieb:

    Ohne jetzt alles gelesen zu haben, nur die Frage einer Fleischsteuer.

    Ich gehe auch keine Schuldablassbriefe beim Pfarrer kaufen – um für mich für Schutz- Schmier- und Besteschungsgelder schuldhaft verhalten zu dürfen und mir dafür das Etikett falscher Heiligkeit aufbappen zu lassen.

    Absolut meine Meinung!!!
    Vielleicht darf man da ja auch in Zukunft noch andere Straftaten begehen …muss halt nur ordentlich besteuert werden. :woohoo:

  • 3. Februar 2013 um 12:09

    Noch was: hat die laufende Steuererhöhung Leute vom rauchen und saufen abgehalten?????

    Ich denke ,dass die Tieresser dann noch weniger über ihren Mordauftrag nachdenken.Sie haben ja schliesslich daür bezahlt :angry: 👿

  • 3. Februar 2013 um 14:20

    Mann muss eben das Unmögliche fordern, um zumindest das Mögliche zu erreichen. Und das ist in dem Fall die Fleischsteuer. Und 1,50€ ist ja mal ein Ansatz. Klar, die Reichen wird das kaum stören. Aber was ist mit den vielen Menschen, die von sehr, sehr wenig Geld leben müssen? Die werden es sich dann vermutlich nicht mehr leisten können. Zum Beispiel, wenn bestimmte vegane Lebensmittel 1,50€ teurer werden würden – müsste ich darauf verzichten. So wird es vielen dann mit dem Fleisch gehen. Und jedes Stück Fleisch, das nicht verzehrt wird, hilft, ein Zeichen zu setzen, und die Nachfrage zu senken.

    Natürlich wäre es besser, das Ganze vom Staat her nicht mehr zu subventionieren. Aber da ja viele Politiker selbst mit drinhängen, wird das nicht so leicht zu realisieren sein.

    Und ist es nicht besser, sich Stück für Stück vorzuarbeiten, als die Messlatte fürs nächste Ziel ganz hochzuhängen und zu scheitern? Man merkt doch, dass sich was tut, aber Wunder kann man nicht erwarten.

    Außerdem wurde ja nun auch ein Verkaufs- und Importverbot für an Tieren getesteter Kosmetika beschlossen, das am 11.03.2013 in Kraft tritt. Ist das kein Erfolg?
    Statt mal froh zu sein, dass ÜBERHAUPT was passiert…

  • 3. Februar 2013 um 14:37

    @miss sunshine
    ich kenne in unserem Stadtteil etliche Sozialhilfeempfänger (also wirklich arme Leute), die sich seltsamerweise Zigaretten ,Alkohol und Haustiere leisten!?!
    Ich glaube nicht an eine Reduzierung des Tierverbrauchs durch eine Erhöhung der Steuer,sogern ich das auch glauben würde.
    Und ich halte nichts davon,Grausamkeit zu versteuern,weil es nichts an der Grundeinstellung des Verbrauchers ändert.Im Gegenteil,es wird dem Verbraucher vermittelt,dass es ok ist Tiere zu \“verbrauchen\“,dass es halt nur Geld kostet.

  • 3. Februar 2013 um 14:50

    Solche Leute gibts sicher überall, aber man kann auch nicht von ein paar auf alle schließen. Es gibt auch viele Familien mit Kindern, die kein Geld haben und keine Raucher und Säufer sind. Man sollte halt nicht alle in einen Topf werfen – dass es aber solche Ausnahmen gibt, kann ich nur bestätigen. Ich kenne jemanden, der in seinem Häuschen weder Strom noch Wasser hat, und sich quasi von Bier ernährt. Die Regel ist sowas aber nicht.

    Was würdest du denn machen – wenn du in der Politik wärst? Den Verkauf und die Herstellung von Fleisch verbieten? :silly: Das wäre natürlich das beste, aber nicht unbedingt umzusetzen.

  • 3. Februar 2013 um 15:02

    Ich würde ALLES tun um es zu verbieten und unter Strafe zu stellen.Und ich würde alles in Bewegung setzen um Alternativen zu bieten.Soweit die Träumereien.Ich bin kein Politiker und EIN Politiker allein kann nicht viel bewegen.Aber das Volk,die Verbraucher,eben wir im Verbund mit Gleichgesinnten können eine Menge erreichen.Wahrscheinlich mehr als ein Politiker.
    Wenn keiner oder fast keiner mehr diesen Scheissdreck kauft,dann ist es aus mit der Massentierhaltung!!

  • 3. Februar 2013 um 15:03

    Miss Sunshine schrieb:

    Was würdest du denn machen – wenn du in der Politik wärst? Den Verkauf und die Herstellung von Fleisch verbieten?

    Eine Person die dieses machen wollte wäre – zumindest in einem demokratischen System – nie an einer verantwortlichen Stelle in der Politik, da sie niemals von irgendeiner Mehrheit gewählt würde.