Beschreibung:
Als problematisch werden die mit der Massentierhaltung verbundenen Umweltprobleme gesehen. Menschen, die eine sogenannte vegane Diät betreiben, um den Verbrauch finanzieller Mittel oder ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, weiten die Idee des ökologischen Vegetarismus auf alle Tierprodukte aus. Die fundamentalen Beweggründe zielen darauf ab, dass jedes zusätzliche Trophieniveau in einer Nahrungskette nur einen Bruchteil der verbrauchten Energie weitergibt. Daher würde eine Diät, die aus pflanzlichen anstatt aus tierischen Produkten bestünde, im Allgemeinen weniger Ressourcen verbrauchen und darüber hinaus indirekt weniger Schäden für die Umwelt verursachen.
Gidon Eshel und Pamela Martin, Wissenschaftler der University of Chicago, errechneten in einer Studie, für die Ernährung ohne tierische Produkte 1.485 Kg weniger CO2-Äquivalente pro Kopf und Jahr als die typische amerikanische Ernährung. Die Autoren meinen, dass sie einige umweltschädliche Faktoren der Viehwirtschaft nicht eingerechnet hätten, die mindestens ebenso hoch wären wie die Umweltprobleme durch den höheren Bedarf nach Pflanzen bei einer veganen Ernährung. Das entspricht etwa dem pro-Kopf-Ausstoß durch Autoverkehr in Deutschland (etwa 1,3 t/Jahr CO2 2004).
Eine im Auftrag der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) durchgeführte Studie schreibt der Viehwirtschaft mehr Treibhausgas-Ausstoß zu, als dem gesamten Transport- und Verkehrsbereich. Die Studie bezieht den Regenwaldverlust und die freigesetzten Treibhausgase bei der Verdauung und aus der Gülle mit ein, und beziffert den weltweiten Anteil am vom Menschen verursachten Ausstoß mit 18 %. Die Autoren zitieren darüber hinaus aus eine US-Studie, nach der eine stärker vegetarisch orientierte Ernährung bei gleich hohem Proteinanteil im Mississippi-Becken zu einer Halbierung des Land- und Düngemittelbedarfs führen könne. Dem Worldwatch Institute zufolge liegen den Berechnungen der FAO falsche Voraussetzungen, wie die Nichtberücksichtigung der Emissionen durch die Atmung der Tiere, zugrunde. Die Treibhausgasemissionen seien daher höher als in der FAO-Studie zu beziffern und betrügen mindestens 32,564 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, was 51 Prozent der Gesamtemissionen entspräche. Eine effektive Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels müsse daher laut Worldwatch Institute den Ersatz tierischer Lebensmittel durch pflanzliche Alternativen mit einbeziehen. Eine Studie der Netherlands Environmental Assessment Agency beziffert die hypothetischen volkswirtschaftlichen Kosten, die durch Veganismus bei der Bekämpfung der Folgen der globalen Erwärmung bis 2050 eingespart werden könnten, auf 20 Billionen US-Dollar.
Die "Herstellung" sowie der Verbrauch von Fleisch und anderen Tierprodukten sind ebenso mit der Abholzung von Regenwäldern, Abbau von Ressourcen, der Luft- und Wasserverschmutzung, vermehrter Flächen- und Wasserverbrauch, Artensterben und anderen ernsthaften Umweltproblemen verbunden.
Der Sachverhalt gewinnt insbesondere global zusehends an Relevanz und Brisanz, da sich zur Zeit die Konsumgewohnheiten vieler Menschen speziell in Entwicklungs- und Schwellenländern berechenbar zu einer Diät mit mehr Tierproduktanteilen hin ändern. Die Folgen dieser Entwicklung sind vorerst noch unklar.
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