Ursprungsmythen und Ursprungstheorien
Ein weit verbreiteter Mythos zum Ursprung besagt, dass Tofu um 164 v. Chr. von Liu An, einem Prinzen der Han-Dynastie, erfunden wurde. Obwohl dies durchaus möglich ist, macht es der Mangel an konkreten Informationen über diese Epoche schwer, eindeutig entscheiden zu können, ob Liu An die Tofuherstellung erfand. Auch wurden bedeutende Erfindungen innerhalb der chinesischen Geschichte oft wichtigen Führern und Persönlichkeiten der jeweiligen Zeit zugeschrieben.
Eine Möglichkeit den Ursprung zu erklären weist darauf hin, dass Sojamilch auch heute in Form pikanter Suppen gegessen wird. Die Theorie besagt, dass die Produktionsmethode für Tofu demnach zufällig entdeckt wurde, als man einen Brei aus gekochten, gemahlenen Sojabohnen mit unreinem Seesalz vermischte. Solches Meersalz hätte wahrscheinlich Calcium- und Magnesiumsalze beinhaltet, was die Sojamischung zum Gerinnen gebracht hätte, woraus letztendlich ein tofuartiges Gel entstanden sei, was zur Erfindung von Tofu geführt hätte.
Des weiteren wird auch die Auffassung vertreten, dass Tofu noch älter sei und die Chinesen des Altertums die Technik zur Gerinnung von Sojamilch von der Weise, mit der die Mongolen und Indochinesen Milch zur Gerinnung brachten, gelernt hätten. Obwohl sich das damalige China in einem Aufschwung befand, gab es in der chinesischen Gesellschaft keine Techniken und keine Kenntnis zur Gewinnung und Weiterverarbeitung von Milchprodukten. Das Hauptargument dieser Theorie liegt dabei in der etymologischen Ähnlichkeit zwischen dem chinesischen Ausdruck für die mongolische gegorene Milch (rufu, was soviel heißt wie saure Milch) und dem Wort doufu.




