Gesundheitliche Aspekte veganer Ernährung
Vorhandensein und Gültigkeit von Studien
Vegane Kost bietet Vorteile gegenüber ovo-lakto-vegetarischer Ernährung und Mischkost bei Allergien gegen tierisches Eiweiß. Die im Zusammenhang mit Vegetarismus genannten Vorteile gelten im Wesentlichen auch für Veganer.
Vermeidung von Mangelerscheinungen
Aufgrund des Verzichts auf Calciumquellen wie Milch und Käse sollte die fehlende Calziumzufuhr kompensiert werden, um Mangelerscheinungen auszuschließen. Darüber hinaus ist bei Veganern eine mögliche Unterversorgung mit Vitamin B12 besonders zu beachten. Der höhere Folsäuregehalt pflanzlicher Kost kann allerdings hämatologische Symptome des Mangels maskieren und so die Entdeckung verzögern. Die Kinder stillender Mütter, die sich vegan ernähren und deren Muttermilch arm an Vitamin B12 ist, entwickeln ohne Zufütterung tierischer Lebensmittel meist bereits im zweiten Lebenshalbjahr Mangelsymptome. Dazu gehören eine verlangsamte oder rückläufige neurologische Entwicklung bis hin zur Apathie und zum Koma, hochgradige Hirnatrophie und bleibende neurologische Schäden. Ärzte raten schwangeren und stillenden Veganerinnen sowie deren Kindern dringend zu einer Vorbeugung (Supplementierung) mit Zusatzstoffen. Verschiedene Studien, wie auch das Positionspapier der ADA, betonen die Bedeutung der rechtzeitigen Supplementierung. Vitamin B12 wird durch Mikroorganismen hergestellt, die sich unter anderem in der Darmflora von Wiederkäuern finden. Entsprechende Mangelerscheinungen treten in Entwicklungsländern etwas weniger auf, da das Vitamin unter anderem über Pflanzen aufgenommen wird, die Verunreinigungen aus tierischen und menschlichen Fäkalien aufweisen. Letztere enthalten verhältnismäßig hohe Vitamin B12 Gehalte.
Standpunkte nationaler Ernährungsgesellschaften
Das schweizerische Bundesamt für Gesundheit kommt im Expertenbericht der Eidgenössischen Ernährungskommission aus dem Jahr 2007 zu dem Schluss, dass eine „veganische Ernährungsweise mit einer genügenden Zufuhr aller Nährstoffe (Ausnahme Vitamin B12, welches mit angereicherten Nahrungsmitteln oder Supplementen zugeführt werden sollte) möglich ist“. Es brauche jedoch „entsprechendes Ernährungswissen, um dieses Ziel zu erreichen“, weshalb von einer generellen Empfehlung der veganischen Ernährung für breite Bevölkerungskreise abgesehen werden müsse.
Die DGE empfiehlt die vegane Ernährung in einer Stellungnahme aus dem Jahr 1998 wegen der damit verbundenen Risiken für keine Altersgruppe und rät besonders für Säuglinge, Kinder und Jugendliche dringend davon ab.
Die American Dietetic Association vertritt zunächst den Standpunkt, dass vegetarische Kostformen, vegane eingeschlossen, insgesamt einen gesundheitlichen Nutzen in der Prävention und Behandlung bestimmter Erkrankungen hätten. Auch eine „vernünftig geplante“ vegane Kost würde dem Nährstoffbedarf gerecht und sei für jede Lebensphase „einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Pubertät“ geeignet. Zum Ausgleich von Nährstoffdefiziten wird angeraten, künstlich angereicherte Lebensmittel und entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden.




